Interview Ann-Catrin Gerk
Zwei Fragen an Ann-Cristin Gerk
Wieso haben Sie im ATB denn auch tierische Kollegen?
Fritz ist kein Kollege, sondern gehört in erster Linie zu mir. Er lernt gerade meine Welt kennen und dazu gehört eben auch meine Arbeit. Schon bei unserem ersten Treffen habe ich gemerkt, dass er ein ganz ausgeglichenes Wesen hat und sofort war die Idee geboren ihn in die Autismusförderung mit einzubeziehen. Wir haben im ATB einige Begleithunde in den Zentren und sehen eine sehr gute Entwicklung bei unseren Klienten. Tiere sind oftmals die geduldigeren Zuhörer, wenn Worte nicht so kommen wie sie sollen oder die Kinder ihre ganz eigene Sprache haben. Fritz versteht sie! Er ist anfangs einfach nur da und erwartet nichts von den Kindern. Und das genießen viele. Jemanden der da ist ohne Anforderungen zu stellen, das erleben Kinder mit Autismus nicht oft. Immer will irgendjemand irgendetwas und bei Fritz finden sie zu allererst Ruhe und Entspannung.
Was ist das Besondere an der therapeutischen Arbeit mit Tieren?
Man kann den ganzheitlichen Ansatz von Förderung viel besser umsetzen. Tiere und Natur wirken auf vielen unterschiedlichen Ebenen. Zum Wesentlichen über die Wahrnehmung. Und genau da haben viele unserer Klienten deutliche Einschränkungen. Viele ganz basale Sinne werden durch die Anwesenheit von Fritz aktiviert. Über Gerüche, das Tasten, das Spüren und Beobachten. Tiere öffnen oftmals Türen und regen zu Austausch und Kommunikation an. Bei Fritz hat sich bislang jedes Kind wohlgefühlt. Und wenn Kinder oder Eltern Angst haben, ist das kein Problem. Dann hat er mal Pause.